Geräte, Grenzen, Gespräche: So gelingt digitale Sicherheit und digitales Wohlbefinden

mother looking over teenage daughter's shoulder on couch as she helps to adjust settings on her child's tablet device

Kindern einen sicheren Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen, lässt sich ein wenig damit vergleichen, ihnen irgendwann ihr erstes Auto anzuvertrauen. Schließlich würden Sie ihnen auch nicht einfach die Schlüssel geben, ohne sicherzustellen, dass Bremsen und Sicherheitsgurte funktionieren – und ebenso wenig würden Sie wollen, dass sie losfahren, ohne zu wissen, wie man ein Auto überhaupt sicher fährt. Genauso ist es bei Technologie, Geräten und dem Internet entscheidend, dass der Zugang sicher gestaltet ist und Kinder die wichtigsten Grundlagen verstehen, bevor sie ein eigenes Gerät bekommen.

Für Eltern kann das Thema digitale Medien schnell unübersichtlich werden, denn Informationen und Ratschläge gibt es im Überfluss: Ab welchem Alter ist ein eigenes Gerät sinnvoll? Welche Einstellungen sind unverzichtbar? Und was sollten Sie tun, wenn Ihr Kind gegen vereinbarte Medienregeln verstößt?

Das kann überwältigend wirken. Genau hier hilft das Prinzip Geräte, Grenzen, Gespräche. Diese drei leicht verständlichen Bausteine unterstützen Sie dabei, ein sicheres digitales Umfeld zu schaffen, das Ihr Kind nicht nur schützt, sondern ihm auch ermöglicht, sich gesund und selbstbewusst in der digitalen Welt zu entwickeln:

Geräte
Grenzen
Gespräche

Geräte: Der Sicherheitsgurt für die digitale Welt

Bevor Sie Ihrem Kind ein Smartphone, Tablet oder eine Spielekonsole überlassen, sollten Sie Sicherheitseinstellungen und Kinderschutzfunktionen – zum Beispiel Qustodio – einrichten. Damit können Sie unangemessene Inhalte filtern oder blockieren, Social-Media- und Gaming-Apps verwalten und die Bildschirmzeit sinnvoll begleiten.

  • Richten Sie auf allen Geräten die verfügbaren Sicherheitseinstellungen ein oder nutzen Sie eine Kinderschutzlösung, um den Zugriff auf nicht altersgerechte Apps zu beschränken und die Bildschirmzeit zu verwalten.
  • Aktivieren Sie für Kinder bis einschließlich 10 Jahre Google SafeSearch und den eingeschränkten Modus von YouTube auf den Geräten, die Ihr Kind verwendet.
  • Legen Sie für den Abend eine feste Zeit fest, ab der Geräte nicht mehr genutzt werden. Mit einer Kinderschutzlösung können Sie beispielsweise den Zugriff auf soziale Netzwerke und Unterhaltungs-Apps nach der Schlafenszeit sperren.
  • Schützen Sie die Identität Ihres Kindes in sozialen Netzwerken und Gaming-Apps, indem Sie die Privatsphäre-Einstellungen aktivieren und die Standortfreigabe bei Apps deaktivieren, bei denen sie nicht unbedingt erforderlich ist.
  • Richten Sie für Kinder bis einschließlich 10 Jahre Apps und Konten mit der E-Mail-Adresse eines Elternteils und einem Passwort ein – und geben Sie dieses Passwort natürlich nicht an Ihr Kind weiter.
  • Während Sie diese Schritte gemeinsam umsetzen, sollten Sie mit Ihrem Kind über Sicherheit im Internet sprechen und darüber, worin sich eine sichere von einer unsicheren Nutzung von Geräten und Online-Plattformen unterscheidet.

Grenzen: Die Verkehrsregeln der digitalen Welt

So wie Verkehrsschilder uns beim Fahren Orientierung geben, sind klare Grenzen und Regeln für die Nutzung von Geräten und Internet unverzichtbar. Wenn Sie Vereinbarungen treffen oder feste Bildschirmzeiten einführen, sollten Sie Ihr Kind möglichst mit einbeziehen. So wissen alle, was vereinbart wurde, und die Regeln lassen sich besser in den Familienalltag integrieren.

Gerade bei jüngeren Teenagern ist es normal, dass Regeln auch einmal gebrochen werden. Wenn das passiert, ist es jedoch mindestens genauso wichtig, die vereinbarten Grenzen konsequent zu bekräftigen und unangemessenes Verhalten zu korrigieren, wie die Regeln überhaupt erst aufzustellen. Langfristig zahlt sich diese Konsequenz aus.

So können Sie sinnvolle Grenzen festlegen:

1. Erstellen Sie gemeinsam eine Familienvereinbarung zur Mediennutzung.

Darin können Sie klare Regeln für das Verhalten im Internet festhalten. Dazu gehören etwa angemessene Formen der Online-Kommunikation und die Rolle, die Sie im digitalen Leben Ihres Kindes einnehmen werden – zum Beispiel, ob Sie seinen Social-Media-Konten folgen. Eine solche Vereinbarung gemeinsam als Familie zu erarbeiten, hilft dabei, dass alle dieselben Erwartungen haben und Ihr Kind sich ernst genommen und einbezogen fühlt. Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, bietet Qustodio eine kostenlose Familienvereinbarung zur Mediennutzung mit Gesprächsanregungen und altersgerechten Sicherheitseinstellungen an.

2. Arbeiten Sie sowohl mit positiven als auch mit negativen Konsequenzen.

Viele Eltern reagieren vor allem dann, wenn Kinder sich nicht an vereinbarte Regeln halten. Positive Konsequenzen für verantwortungsbewusstes Verhalten im Internet können den Lerneffekt jedoch deutlich verstärken.

3. Führen Sie eine feste Bildschirmroutine ein.

Regeln dazu, wann und wie lange Geräte genutzt werden dürfen, helfen dabei, Erwartungen von Anfang an zu klären. Bei jüngeren Kindern sollte diese Routine stärker strukturiert sein, zum Beispiel mit einer festen Freizeit-Bildschirmzeit zwischen 16 und 17 Uhr. Bei Teenagern sollten klare Zeiten gelten, in denen Geräte nicht genutzt werden – zum Beispiel keine Bildschirmzeit nach 20 Uhr und keine sozialen Medien während der Hausaufgaben. Eine Kinderschutzlösung kann dabei helfen, solche Regeln technisch umzusetzen.

4. Legen Sie bildschirmfreie Bereiche oder Zeiten zu Hause fest, damit genügend Raum für digitale Pausen und persönliche Begegnungen bleibt.

Entscheidend ist dabei, dass diese Regeln für alle Familienmitglieder gelten – auch für die Eltern. Denn Vorbilder spielen bei der Medienerziehung eine wichtige Rolle. Kinder, die Geräte bis spät am Abend nutzen, werden zudem häufig weniger beaufsichtigt und neigen deshalb eher zu riskanterem Verhalten im Internet.

father talks with son holding his cell phone by the couch

Gespräche: Das wichtigste Mittel für digitale Sicherheit und Wohlbefinden

Wenn Sie mit Ihrem Kind über Online-Sicherheit und digitales Wohlbefinden sprechen, gilt vor allem eines: Fangen Sie früh damit an und sprechen Sie regelmäßig darüber. Solche Gespräche sollten ganz selbstverständlich Teil Ihres Alltags sein.

1. Interessieren Sie sich für das digitale Leben Ihres Kindes – und respektieren Sie dabei seine Privatsphäre. Um sinnvoll mit ihm über seine Online-Gewohnheiten sprechen zu können, sollten Sie wissen, welche Apps und Spiele es nutzt, und sich ehrlich dafür interessieren. Fragen Sie zum Beispiel, was ihm an bestimmten Apps gefällt oder nicht gefällt oder welche neue Fähigkeit es in einem Spiel gelernt hat. Halten Sie den Ton möglichst positiv, damit Ihr Kind gerne mit Ihnen darüber spricht.

2. Bei Kindern im Grundschulalter gehören zu den wichtigsten Themen der Kontakt mit fremden Personen im Internet, Catfishing – also wenn sich jemand online als eine andere Person ausgibt – und der Schutz der Privatsphäre. Hilfreich sind außerdem Gespräche darüber, wie wenig Kontrolle wir über persönliche Informationen und Fotos haben, sobald sie einmal hochgeladen oder geteilt wurden.

3. Bei älteren Kindern und Jugendlichen sollten die Gespräche breiter gefasst sein. In diesem Alter ist es wichtig, über den Umgang mit Konflikten und Mobbing im Internet, rechtliche Fragen rund um digitale Medien, die Risiken beim Versenden intimer Bilder, Gruppendruck, übermäßige Mediennutzung, digitale Spuren und den eigenen Ruf im Internet zu sprechen.

4. Machen Sie Ihrem Kind deutlich, dass es mit Sorgen oder Problemen im Internet jederzeit zu Ihnen kommen kann. Idealerweise weiß Ihr Kind, dass Sie bei digitalen Problemen seine erste Ansprechperson sind und Sie gemeinsam nach einer vernünftigen Lösung suchen können.

Feste Routinen und klare Strukturen im digitalen Alltag helfen der ganzen Familie dabei, dieselben Erwartungen zu haben. Gleichzeitig sorgen regelmäßige Gespräche über digitale Risiken dafür, dass Kinder auch Ihre Sichtweise besser verstehen.

Mit dem Prinzip Geräte, Grenzen, Gespräche können Sie ein digitales Umfeld schaffen, das Ihr Kind nicht nur im Internet schützt, sondern ihm auch dabei hilft, sich online wie offline gesund und selbstbewusst zu entwickeln.